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Ein
bewegtes Jahrhundert - der Ausbau der Postkutschenlinien, die industrielle Revolution,
der Bau von Eisenbahnlinien, die Erfindung des Automobils,
veränderten die Bedeutung des Pferdes in der Gesellschaft nachhaltig. Das
Reiten war zumindest in Europa keine Notwendigkeit mehr, sondern ein Freizeitvergnügen. So veränderte sich auch die
Einstellung zum Reiten grundlegend. Durchlässigkeit, ein balancierter
Dreipunktsitz in Mittelpositur, und schwungvolles Vorwärtsreiten
ersetzten die hohe Versammlung und lange Ausbildung der klassischen
Reitkunst. Warmblutpferde, die zudem als Kavallerie Remonten geeignet
waren, forcierten diese Entwicklung. In
Europa fand in der Reiterei der Frauen eine gewisse Polarisierung statt: in England und Irland
spezialisierten sich die Damen auf das Jagdreiten, während auf dem
Kontinent die Hohe Schule und später das moderne Dressurreiten gleichberechtigt
weiter entwickelt wurde.
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19.
Jahrhundert
Anfang des 19.
Jahrhunderts wurden nachweislich die ersten Seitsättel mit
einem (dritten) unteren Horn ausgestattet. Dies ermöglichte
endlich einen festen Sitz beim Springen.
Dieses Horn wird im Englischen dementsprechend "leaping head" und im Deutschen Jagdhorn genannt.
Wer für die Erfindung verantwortlich ist, bleibt wohl ungeklärt,
gleich 4 Männer haben Anspruch darauf erhoben:
- Thomas Aldaker , ein
englischer Berufsreiter
des
Earl of Buckeley (für den Eigenbedarf).
- Fitzharding Oldacre,
- Monsieur Baucher und
- S.
Sidney (wegen einer Wette).
Jules Charles Pellier, der auch oft als Erfinder angegeben wird, war es definitiv nicht. In seinem 1897 erschienenen Buch schreibt er, Baucher hätte das Jagdhorn (nach eigener Aussage) 1830 erfunden.
Der genaue Zeitpunkt der Erfindung ist
kaum noch feststellbar, könnte aber bereits im 18. Jh. liegen, wenn einer der englischen Reiter es als erster erfunden haben sollte.
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Der Seitsitz
verdrängte Anfang des 19. Jahrhunderts den Spreizsitz für die Damen nahezu
komplett. Wohl kaum wegen der technischen
Verbesserungen, da diese sich erst in der 2. Hälfte des Jahrhunderts
durchsetzten.
Vielleicht ist die Mode einer der
Gründe für die vollständige Umstellung auf den Seitsattel:
Empirekleider bestanden aus
sehr dünnen Stoffen, bei denen sich der Körper leicht abzeichnete,
zumal die Röcke im Vergleich zu den weiten Röcken der vorigen
Jahrhunderte relativ eng waren. Das Bild zeigt deutlich wie
deutlich sich bei dieser Mode der Körper beim Reiten im Spreizsitz abzeichnete.
Zeitungen karikierten Reiterinnen die so zu Pferde saßen und beeinflussten
damit sicherlich die öffentliche Meinung oder spiegelten sie zumindest wider. Nach
der relativ freizügigen Zeit des Rokoko und der Revolutionszeit, schwang das
Pendel zurück. Die sich etablierende bürgerliche Gesellschaft wurde zunehmend
restriktiver, frauenfeindlicher und prüder.
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Die normale Straßenkleidung wurde teilweise zu Beginn des 19.
Jahrhunderts weiterhin zum Reiten angezogen, zumindest von den nicht so
Begüterten. Eine spezielle Reitmode für Damen gab es, besonders bei den
sich verbreitenden Jagdclubs, sie setzte sich erst später, etwa zur Zeit des
Biedermeier allgemein durch.
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Fortsetzung dieses Kapitels folgt demnächst...
Diese Website wird zur Zeit umstrukturiert
und neu überarbeitet. Deshalb stehen nicht alle Inhalte online zur Verfügung.
Es wird gerade geprüft, ob die sehr grafikintensive Homepage offline als
CD zur Verfügung gestellt werden kann. Bei Interesse bitte hier melden.
Anfang Oktober führt der Nornenhof ein "Schnupperwochenende"
durch, bei dem einige Kapitel der Website vorgetragen werden:
-
Sattelbeurteilung und Auswahl, Messen der Reiterin
-
Geschichte des Damensattels
-
Die korrekte Kleidung
-
Kostümkunde für Kostüm-, Show- und Fancy-Class
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